Heilpflanzen für Tiere
Warum Heilpflanzen für Tiere?
Meine Faszination für Heilpflanzen begann lange bevor mir bewusst war, dass sie einmal ein zentraler Teil meiner tierheilkundlichen Arbeit werden würden.
Schon als Schulkind streifte ich mit Freundinnen durch die Natur. Wir waren überzeugt, kleine Hexen zu sein, und sammelten Wildkräuter wie Wasserminze, Gundermann oder Brennnessel – Pflanzen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber voller Möglichkeiten stecken.
Aus diesen Kräutern rührten wir Tinkturen, Salben, Tees und kleine „Hexenküchen-Gerichte“ an. Damals spielte Intuition die Hauptrolle, später kamen Wissen und Ausbildung dazu.
Rückblickend war dies der Anfang eines Weges, der mich tief in die Welt der Pflanzenheilkunde geführt hat – erst spielerisch, später fundiert.
Meine Erfahrungen mit Tieren
Auch meine eigenen Tiere – vor allem Hunde und Hühner – haben mir früh gezeigt, wie gezielt sie Pflanzen auswählen.
Es ist keineswegs so, wie ich lange dachte, dass Tiere wahllos auf einer Wiese grasen.
Sie suchten bestimmte Süßgräser oder Wildkräuter gezielt auf und ließen andere konsequent stehen.
Dieses Verhalten machte mich neugierig – und ich begann, genauer hinzusehen.
Heute weiß ich, dass meine Tiere sehr bewusst handeln. Und ich kenne inzwischen sogar den Begriff dafür: Zoopharmakognosie (und ja, ich kann ihn inzwischen fast fehlerfrei aussprechen).
Was Zoopharmakognosie bedeutet
Die Zoopharmakognosie beschreibt die Fähigkeit von Tieren, Pflanzen oder natürliche Substanzen gezielt auszuwählen, um ihr Wohlbefinden zu unterstützen oder Beschwerden zu regulieren.
Dieses Verhalten ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer feinen Selbstwahrnehmung.
Tiere folgen dabei keinem Lehrbuch – sie vertrauen auf ihren inneren Kompass.
Beobachtet wurde dies bei vielen Tierarten: Pferden, Katzen, Hunden, aber auch bei Honigbienen, Schimpansen, Landschildkröten oder Aras.
Das Auswählen von Blättern, Wurzeln, Rinden, Samen oder Erde dient häufig der Versorgung mit bestimmten Nähr- oder Wirkstoffen – vorbeugend oder begleitend in belastenden Zeiten.
Dieses Wissen fließt heute achtsam und verantwortungsvoll in meine phytotherapeutische Arbeit ein.
Heilpflanzen als Bestandteil meiner Arbeit
Aus meiner anfänglichen Neugier ist über die Jahre eine klare innere Haltung gewachsen.
Je mehr ich mich mit der Wirkungsweise – insbesondere der heimischen Pflanzen – beschäftigte, desto deutlicher wurde meine Überzeugung, dass viele natürliche Prozesse bereits angelegt sind.
Oder, um es mit einem alten Sprichwort zu sagen:
Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen.
Sehr treffend formulierte es auch Pfarrer Sebastian Kneipp mit den Worten:
Die Natur ist die beste Apotheke.
Und noch weiter zurückgehend findet sich bei Hippokrates von Kos – dem Vater der Heilkunde – der Gedanke:
Der Arzt behandelt, die Natur heilt. (Medicus curat, natura sanat.)
Diese Haltung prägt mein Arbeiten bis heute.

